

Der Hanauer Harmonika Club aus Kork.©Levent Gündüz
"Mit Musik und Kunst die Seele berühren“ – unter dieser Prämisse hatte das 1. Akkordeonorchester des Hanauer Harmonika Clubs (HHC) Kork am Sonntag in die Christuskirche eingeladen. Nahtlos knüpfte das Orchester unter der Leitung ihres Dirigenten Rudolf Kimmig auch im dritten Jahr an die neue Konzertreihe "Mit Musik und Kunst die Seele berühren" an die erfolgreichen Jahre davor an. Die Mischung aus Korker Akkordonorchester und drei Gastkünstlern hatte viele Menschen in die bis auf den letzten Stuhl besetzte Christuskirche in Kehl gezogen, wo die Vorstellung dazu noch durch besondere Lichteffekte verstärkt wurde.
Sphärische Klänge
Bereits als die ersten Töne meditativ durch das Kirchenportal drangen, hatten es die Sängerin Daniela Sauter de Beltré, Obertonsänger Michael Haase sowie der Querflötenspieler Bernhard Schmolck geschafft, die Zuhörer mit ihren sphärischen Klängen in ihren Bann zu ziehen, bevor es unmittelbar in das Stück "Il Postino" aus dem Film Postmann überging.
In ihren Begrüßungsworten führte Akkordeonistin Ulrike Martin aus, dass man in der Musik ganz oft Gemeinschaft spüre. "Nehmen Sie wahr, wer neben Ihnen, vor ihnen oder hinter Ihnen sitzt", forderte sie die Zuhörer auf. "Das ist Gemeinschaft, ausgelöst durch die gemeinsame Freude an der Musik." "Dieses Orchester ist mir ans Herz gewachsen", bekannte Daniela Sauter de Beltré (Kulturpreisträgerin der Stadt Emmendingen, Komponistin, Multi-Instrumentalistin und Gesangslehrerin) zu den Musikern aus Kork.
Der Tango "Los Pájaros Perdidos" des Komponisten Astor Piazzolla zog die Zuhörer daraufhin auch sofort in seinen Bann. Heftigen Applaus gab es anschließend für den vierten Satz "Moderato" aus der Suite Keniada von Fritz Dobler. Das Stück vereinte eine Energie, die an eine Raubtierjagd erinnerte.
Daniela Sauter de Beltré ist es mit ihrem selbst komponierten Stück "Hier sein" und ihrer außergewöhnlichen Stimme plus Gitarre gelungen, alle Zuhörer in ein motivatives Singen zu entführen. Das stellte auch den Übergang zum Impuls "Grundlos glücklich“ dar.
Jürgen Eller, ebenfalls Spieler im Orchester, inspirierte die Gäste zum Nachdenken. "Das Leben ist im Hier und Jetzt, nicht gestern, nicht morgen, sondern heute. Wir können jederzeit entscheiden, ganz im Moment und somit grundlos glücklich zu sein”. Der erste Teil dieses Konzertes ging mit der gefühlvoll berührenden Ballade "Nothing else matters", der Rockgruppe Metallica, gesungen von Daniela Sauter de Beltré, zu Ende.
Nach der Pause erwiesen sich die Klangfarben und die Stimmkunst von Obertonsänger Michael Haase als einer der Höhepunkte. Mit seinem Obertongesang und dem sich aufbauenden Klangteppich schuf er gemeinsam mit dem 1. Akkordeonorchester des HHC neue meditative Momente und brachte die Zuhörer zum Lauschen und Sein.
"Das Singen hat heilende Kraft", erklärte Sauter de Beltré und stellte dies auch mit zwei selbst komponierten Balladen unter Beweis. Bei "Bis meine Seele blüht" entstand gemeinsam mit dem Publikum ein gesanglicher Klangteppich. Dieser steigerte sich anschließend auch noch mit "Hymn" von Barclay James Harvest. Leadsänger Michael Haase wurde dabei durch Daniela Sauter de Beltré mit ihrer achtseitigen Gitarre sowie durch das Orchester begleitet. Mit donnerndem Applaus und Bravorufen drückten die Zuhörer ihre Begeisterung aus.
"Stille spüren"
"Ich lade Sie ein, für ein bis zwei Minuten einfach in die Stille zu gehen." Nach der vorangegangenen wunderbaren Darbietung kam die Aufforderung von Jürgen Eller genau richtig und war eine wunderbare Überleitung zu Astor Piazzollas "Oblivion". Das Orchester und Bernhard Schmolck mit seiner Querflöte schafften es damit gekonnt, die Herzen der Zuhörer zu berühren.
In dieser Stimmung ging das Konzert mit "Canon in D-Dur" zu Ende, welches mit dem von Sauter de Beltré gesungenen "Halleluja" den Abend beschloss. Stehende Ovationen und minutenlanger Applaus waren für alle Akteure der Lohn ihrer Darbietungen. Mit einem wunderbaren "Memory" aus dem Musical Cats und "Give us Peace“ – begleitet durch ein singendes Publikum – ging ein Abend zu Ende, der allen Zuhörern noch lange in Erinnerung bleiben wird.