Die Oberkircher Glaskünstlerin Manuela Bijanfar kommt am Samstag, 5. April, ins Wein- und Heimatmuseum und erläutert ihre traditionsreiche Kunst. Ab 14 Uhr kann man in die im Durbachtal seit vielen Jahrhunderten überlieferte Melusinensage in altem und in neuem Glanz eintauchen, die wunderbar reproduzierten Staufenberger Schlossfenster betrachten und ab 16 Uhr die Künstlerin bei ihrer Arbeit mit Glas, Farben, Blei und den Werkzeugen beobachten und den Erläuterungen folgen.
Manuela Bijanfar ist keine Unbekannte. Sie war es, die sechs Episoden aus der Melusinengeschichte von 1588 im Auftrag des Museums in alter Glasmalkunst auf Einzelscheiben gemalt und eingebrannt und mit traditioneller Bleiverglasung zu einer großartigen hinterleuchteten Bilderfolge zusammengestellt hat. Die feine Tafel ist farblich zurückhaltend und doch elegant gestaltet und hält sich an die alten Formen und Texturen. In leuchtenden Gelb-, Grau- und Brauntönen empfängt sie die Besucher am Eingang zur aktuellen Sonderausstellung der Staufenberger Schlossfenster.
Diesen neu mit traditioneller Technik hergestellten Bildscheiben zugrunde liegt ein Werk, mit dem Melchior Wiedergrün von Staufenberg im Jahr 1588 seinen Freund beauftragte, den damals sehr bekannten Dichter und Publizisten Johann Fischart (1546 oder 1547-1591). Er beauftragte diesen mit der Neubearbeitung der von seinem Vorfahren Egenolf von Staufenberg um das Jahr 1310 niedergeschriebenen Melusinengeschichte. Die sechs originalen, von der Künstlerin neu bearbeiteten Motive der Melusinensage von 1588 können Interessierte im Digitalen Museumsführer (https://rundgang.museumdurbach.de, Seiten-Code 237) ausgiebig studieren.